Eine betriebliche Idee

Unser Kollege Heinz Hilge hat diesen Vorschlag zum Bau eines kleinen Betriebsbahnhofs gemacht.

Die Eisenbahnstrecke Berlin - Hamburg ist von der Deutschen Bahn AG zu einer der feinsten ausgebaut worden. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte Anfang 2000 den Transrapid wegen Unwirtschaftlichkeit gekippt und versprochen, die ICE-T werden die 286 km zwischen den beiden Metropolen in 93 Minuten durcheilen. Das ist wahr geworden und wird täglich 18-mal exerziert. EC und IC halten unterwegs drei- bis fünfmal und brauchen etwas länger.

Die Strecken von Hamburg nach Berlin und Rostock, Stralsund müssen sowohl den schnellen Personenverkehr als auch den beachtlich gestiegenen schweren Güterverkehr bewältigen. Überholgleise sind in kurzen Abständen zwingend notwendig.

Bei Nettelnburg ist zwischen den Streckenkilometern 271.2 und 272.2 - die Kilometrierung zählt ab Berlin Lehrter Bahnhof - ein mittig gelegenes Überholungsgleis installiert worden, welches sowohl der großen Bahn als auch uns Modellbahnern mehr betriebliche Möglichkeiten bietet, als bei flüchtiger Betrachtung vermutet wird.

Die Ein- und Ausfahrt ist von und nach allen vier Seiten möglich. Züge, die im etwa einen Kilometer östlich liegenden Bergedorf enden, können in Nettelnburg parken und wenden. Der Güterverkehr vom östlich gelegenen eingleisigen Abzweig nach Bergedorf-Süd, Geesthacht und zum AKW-Krümmel benutzt bei der Einfahrt in die Hauptstrecke zum Einfädeln das Mittelgleis. Westlich erfordert die eingleisige Ausfahrt in den Containerbahnhof eine Überleitung ins linke Gleis, (Richtungsgleis Hamburg - Berlin) zum Abbiegen. Für Gleiswechselbetrieb ist das Überholungsgleis verwendbar und zum Überholen eines Zuges. Ein interessant vielseitiges Betriebsprogramm!

Die schnellen Züge fahren über die beiden äußeren Hauptgleise mit bis 180 km/h, um dann im Sachsenwald weiter zu steigern, bis die InterCityExpress-Züge vor Büchen ihre Reisegeschwindigkeit 230 km/h erreicht haben.

Der "Bahnhof" Nettelnburg (Nach §4 EBO sind Bahnhöfe, Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen.) ist einen Kilometer lang. Das sind im Maßstab H0 etwa 11,50 Meter. Zuviel für uns räumlich eingeschränkte Modellbahner! Man kann ihn bis auf etwa 6 Meter abmagern; zwei Endstücke mit den Weichen und drei Mittelstücke, alle 1.20 m lang. Beim Original liegt die zweigleisige S-Bahn nach Aumühle im Norden, getrennt durch eine niedrige Schallschutzwand. Im Süden sind Sträucher und Bäume. Fahrdraht an Gittermasten, streckenweise auch an Rohrauslegern, Speiseleitung. Die Schutzgleise haben keinen Fahrdraht.

Pflanzt man beidseitig Bäume, bekommt man einen unauffälligen Überholungsbahnhof. Eines der mittleren Module könnte man zur Kurve (5, 10 oder 15 Grad) gestalten. Es spielt keine Rolle, ob man zu den Modulisten mit 50 cm oder 60 cm breiten Kopfbrettern gehört.

13. 05. 2003 © heinz hilge (hh)